Ein Steilpass für die Umwelt: Klimaschutz im Fußball

Die WM in Brasilien, Fans aus verschiedenen Ländern fiebern angespannt mit. Wie schlägt sich die Lieblingsmannschaft? Was machen die Gegner? Das sind Fragen, die Fußballfans beschäftigen. Aber Nachhaltigkeit und Energiebilanz? Oder etwa der CO2-Fußabdruck? Der Forstpartner der Welt Wald Klimainitiative des Senat der Wirtschaft CO2OL und der VfL Wolfsburg zeigen, dass das tatsächlich gut zusammenpasst.

Während dem Zuschauer auf dem Feld vor allem ein spannendes Spiel geboten wird, schauen die Verantwortlichen hinter den Kulissen immer mehr auch auf die ökologische Verträglichkeit der Veranstaltung. Zur WM 2006 rief der Weltfußballverband FIFA die bundesweite „Green-Goal“-Initiative mit dem Ziel der Senkung des Energieverbrauches aller zwölf WM-Stadien ins Leben. Man wollte diese internationale Plattform nutzen, um aktiv zum sparsamen Umgang mit Ressourcen und zur Vermeidung von Müll aufzurufen. An dieser Umweltkampagne, die über die WM hinaus fortgeführt wurde, beteiligte sich auch die VfL Wolfsburg-Fußball GmbH. So wurde beispielsweise die Wolfsburger Volkswagen Arena im Rahmen der FIFA Frauen WM 2011 als „Ökoprofit Stadion 2011“ ausgezeichnet. Der Anfang war gemacht. Seither ist eine Menge passiert und auch auf regionaler Ebene hat sich einiges getan. Der wesentliche Pluspunkt von Nachhaltigkeitsstrategien ist und bleibt der enorme Gewinn für unsere Umwelt – aber auch die Veranstalter profitieren davon. Denn dabei geht es nicht nur um Verantwortung, sondern oftmals auch ums Geld. Der gewissenhafte und nachhaltige Einsatz von Materialien und Ressourcen birgt nämlich über die Schonung unserer Natur hinaus enorme finanzielle Einsparpotenziale. Und nicht zuletzt fordern auch die jeweiligen Stakeholder immer stärker eine gewissenhafte, transparente und ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung. Im Sport als einem der wichtigsten Multiplikatoren unserer Gesellschaft steckt dabei das besondere Potential, über die Grenzen der eigenen Organisation hinaus eine positive Wirkung zu erzielen. Eine professionelle Umsetzung bietet zudem zusätzliche Nutzen wie öffentliche Profilbildung oder die Kommunikation mit Fans, Sponsoren und Politik.

Mit gutem Beispiel vorangehen: VfL Wolfsburg – mit CO2OL klimafreundlich in nur vier Schritten

Sportlich geht es beim VfL Wolfsburg derzeit in die richtige Richtung: Die Frauen-Mannschaft ist frischgebackener Double-Sieger (Meisterschaft, Champions League), 2013 wurde sogar das Triple geholt. Die Herren-Mannschaft spielt nächste Saison wieder international. Bei der Fußball-WM in Brasilien sind zudem gleich sieben Wolfsburger Akteure im Einsatz: Luiz Gustavo (Brasilien), Kevin De Bruyne (Belgien), Vieirinha (Portugal), Diego Benaglio und Ricardo Rodríguez (Schweiz) sowie Ivan Perisic und Ivica Olic (Kroatien). Über die sportlichen Leistungen hinaus ist der Club aus Niedersachen aber auch im Bereich der Wahrnehmung seiner gesellschaftlichen Verantwortung ein Vorreiter. Der Verein steht im Blickfeld des öffentlichen Interesses und möchte diese große Aufmerksamkeit nutzen, um Vorbild für andere zu sein. Gemeinsam mit CO2OL hat der VfL Wolfsburg das Thema Nachhaltigkeit bereits 2011 auf die Agenda genommen.

CO2OL betreibt seit 1998 Klimaschutz und berät Unternehmen und Organisationen jeglicher Art bei der erfolgreichen Reduktion und Kontrolle ihrer CO2-Bilanz.  Als Marke der ForestFinance Gruppe ist der Dienstleister unter anderem auch Forstpartner und langjähriger Begleiter der Welt Wald Klima Initiative des Senats der Wirtschaft. Ein Kunde der Bonner Klima-Beratungsagentur aus dem Bereich Sport ist der Fußballverein VfL Wolfsburg.  Die Klimaspezialisten von CO2OL begleiten und beraten den Verein bereits seit einigen Jahren in Fragen der Klimabilanz und bedienen sich hierbei eines mehrstufigen Prinzips.

Schritt 1: Errechnen des CO2-Fußabdrucks

Zunächst wurde auf der Basis allgemeiner Normen zur CO2-Bilanzierung eine CO2-Inventarprüfung des Gesamtvereins vorgenommen. Im Jahr 2011 betrug der „Fußabdruck“ des VfL Wolfsburg dabei 8.305 Tonnen CO2-Emissionen. Aus dieser Analyse konnte der Verein die effektivsten Ansätze für die anschließende Reduktion seiner Klima-Wirkung angehen. Die Bilanz berücksichtigt dabei alle Faktoren vom Energieverbrauch der Gebäude (besonders der Stadien) bis hin zu den Transportfahrten sowie den Arbeitswegen der einzelnen Mitarbeiter. Das Thema Mobilität spielt hier aber vor allem bei der An- und Abreise der Fans zu den jeweiligen Spielen eine Rolle. Relevante Aspekte, die in die ganzheitliche Betrachtung der Klimaspezialisten mit einflossen, waren auch die Verpflegung der Fans bei den Spielen und das Müllkonzept.. Nicht zuletzt wurde auch der Merchandising-Bereich des VfL Wolfsburg einer umfangreichen Stichprobe unterzogen und die Daten in die Auswertung einbezogen.

Die Klimabilanz wird übrigens in regelmäßigen Abständen neu erhoben. So ist der Verein in der Lage, verlässlich zu prüfen, ob sich der CO2-Fußabdruck erhöht oder verringert hat.

Schritt 2: CO2-Reduktion

Auf Basis der ermittelten CO2-Bilanz wurde analysiert, wie anfallende CO2-Emissionen gänzlich vermieden oder wenigstens reduziert werden können. Das größte Einsparpotenzial liegt hier in den meisten Fällen im Energieverbrauch und dem Transport. Aus der Analyse ergaben sich sowohl unmittelbare Einsparpotenziale als auch strategische Handlungsfelder für mittel- und langfristige Reduktionsziele der CO2-Emission. So sollen durch die Umsetzung weiterer aufbauender Maßnahmen, speziell in den Bereichen Energie und Mobilität, die CO2-Emissionen bis zur Saison 2017/2018 um mindestens 25 % gesenkt werden. Die Volkswagen Arena sowie die Stadien der Wolfsburger Frauenmannschaft als wichtigste Bestandteile des Fußabdrucks werden beispielsweise mit 100 % Ökostrom versorgt, ebenso wie die Geschäftsstelle, das Nachwuchsleistungszentrum und der Fanshop des Vereins.

Schritt 3: CO2-Kompensation

Für die verbleibenden, nicht weiter reduzierbaren Emissionen berät CO2OL den VfL Wolfsburg auch in Fragen der Kompensation.

Während die Reduktion und Vermeidung entstehender Emissionen im Vordergrund der Klimaschutz-Roadmap steht, ergänzt der Club dies in ausgewählten Bereichen auch durch die gezielte Unterstützung eines Wald-Klimaschutzprojektes. Im CO2OL-Projekt „Trocial Reforestation Panama“ werden ehemalige Brachflächen oder extensiv genutzte Rinderwiesen in Panama durch die Pflanzung überwiegend einheimischer Baumarten wieder aufgeforstet. Das Projekt verbindet auf einzigartige Weise nachhaltige und ökologische Holzgewinnung mit dem Schutz des Ökosystems Wald. Als eines der weltweit ersten Projekte erfüllt „CO2OL Trocial Reforestation Panama“ auch die strengen Gold Standard-Kriterien für Landnutzungs- und Waldprojekte und ist Bestandteil der Welt Wald Klima Initiative des Senats der Wirtschaft.

Durch die Unterstützung dieses Projekts führt der VfL sämtliche Dritt-Veranstaltungen in der Volkswagen-Arena klimaneutral durch. Wenn also Unternehmen eine Loge oder die Konferenzräume als Location für ihre Business-Events buchen, werden die dabei entstehenden CO2-Emissionen durch den VfL im hochwertigen Wald-Klimaschutzprojekt ausgeglichen. Weitere Unterstützung erhielt das Projekt zudem dadurch, dass auch das Stadionfest zur Saison-Eröffnung 2013/2014 klimaneutral durchgeführt wurde. Insgesamt wurden durch das Engagement des VfL Wolfsburg auf diese Weise bereits mehr als 1.100 Bäume in Panama gepflanzt.

Schritt 4: Kommunikation

In einem letzten Schritt gilt es, die Nachhaltigkeitsbotschaft wirkungsvoll nach außen zu tragen. Im Fall des VfL Wolfsburg wurden die Ansprechpartner der verschiedenen Bereiche des Vereins durch die Klimaspezialisten von CO2OL mit den Ergebnissen der Baseline-Analyse vertraut gemacht. Diese sind nun in der Lage, die Handlungsempfehlungen in ihren Bereichen umzusetzen und im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des VfL Wolfsburg zu integrieren.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist es, die Fans für das Umweltengagement zu sensibilisieren und sie aktiv einzubinden. Das stellt sicherlich eine der größten Herausforderungen dar. Im ersten Schritt bedeutet dies, mit gutem Beispiel voranzugehen und den Fans auf diesem Gebiet ein Vorbild  zu sein.

 

Für den VfL Wolfsburg ist der Begriff Nachhaltigkeit mittlerweile zum Selbstverständnis geworden. Der Verein hat die Zeichen der Zeit erkannt und geht mit gutem Beispiel voran – immer in der Hoffnung auch andere zu animieren, zukünftig gemeinsam noch mehr in Sachen Umwelt zu bewegen.

 

Mehr erfahren Sie auch unter beim WFF-Forstpartner: http://www.co2ol.de/services/carbon-footprint/

Quelle: SENATE – Magazin für eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft, Ausagebe 2/14, S. 36f. (www.senat-magazin.de)