NACHHALTIGKEIT

Klimaneutralität
CO2 Vermeiden oder kompensieren?

Der Gewinn für den CO2-Emittenten
CO2-Rechner
So geht's: Klimaneutral werden werdenzen

 

Beides ist nötig: CO2-Emissionen vermeiden und den Rest kompensieren

Das Ziel, durch technische und/oder biotische Kompensation das eigene Handeln – netto betrachtet – klimaneutral zu stellen, wird leider häufig kritisch betrachtet. Denen, die sich um komplette oder partielle Klimaneutralität bemühen, wird immer wieder vorgehalten, ihr Tun sei Greenwashing oder komme einem Ablasshandel nahe. Sofern die Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität seriös umgesetzt werden, werden Vorhaltungen dieser Art aber nicht gerechtfertigt sein:

Auch wenn es andere Meinungen zu der Sache gibt, folgt der Senat der Wirtschaft der Einschätzung des Weltklimarates IPCC und dem Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltfragen, dass die durch menschliches Handeln bedingte rasante Erhöhung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre die entscheidende Ursache des aktuellen Klimaproblems ist. Der natürliche Kohlenstoffkreislauf (Freisetzung und Wiedereinbindung von Kohlenstoff) ist durch menschliches Verhalten mit stark steigender Tendenz aus dem Gleichgewicht gebracht worden: Seit der Industrialisierung wird durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas zunehmend Kohlenstoff (C) aus den fossilen Lagerstätten freigesetzt und als CO2 in die Luft gepustet; im Jahr 2010 waren es 33 Mrd. Tonnen bei einer Zuwachsrate von 5,9% gegenüber dem Vorjahr. Die vorhandene „Entsorgungskapazität der Natur (Ozeane, Landvegetation) kann z.Zt. aber nur ca. zwei Drittel davon wieder in Wasser und Sedimente oder in wachsende Holzmasse einbinden und dort langfristig halten. Ein Drittel bleibt Jahr für Jahr zusätzlich in der Luft und erhöht so die CO2-Konzentration auf das Klima destabilisierende Werte (vgl. hierzu Die Herausforderung).

Hätte die Menschheit seit Beginn der Nutzung fossiler Energieträger das Treibhausgasproblem schon durchschaut und ernstge­nommen und deshalb immer darauf geachtet, jährlich nicht mehr an CO2 zu emittieren, als es ihr möglich war, die CO2-Absorptionskapazität der Natur, sprich: der Wälder, zeitnah entsprechend zu erhöhen, gäbe es kein wachsendes, durch den anthropogenen CO2-Überschuss verursachtes Klimaproblem.

Selbstverständlich ist der qualitativ beste Weg, die erhöhte CO2-Emission auf die Weise zu verringern, dass man den fossilen Kohlenstoff an seinen sicheren Lagerstätten belässt. D.h.: so viel an CO2-Emissionen vermeiden wie möglich. Aber es gibt bei der Lösung der CO2-Problematik ein gravierendes Zeitproblem: Der Anstieg der CO2-Konzentration muss schnellstens gestoppt werden. Sonst wird das wichtige 2Grad-Ziel nicht mehr erreichbar sein.

Der Senat der Wirtschaft und die Welt Wald Klima Initiative empfehlen, dass jedes Unternehmen, jede Organisation, jede Privatperson so viel, wie es die eigenen Mittel zulassen, an CO2-Emissionen vermeidet. Alle nicht vermiedenen oder (noch) nicht vermeidbaren CO2-Emissionen sollten durch entsprechende finanzielle Unterstützung technischer Projekte zur Emissionsvermeidung an anderer Stelle kompensiert oder via Wald wieder biotisch eingebunden werden. Immer aber sollten die zwei Wege „Vermeiden“ und „Kompensieren/Neutralisieren“ so kombiniert werden, dass das eigene Verhalten schnellstmöglich klimaneutral gestellt wird, man selbst also künftig nicht mehr zum Anstieg der CO2-Konzentration (netto betrachtet) beiträgt.

In der Regel heißt das: Vermeiden und  kompensieren!