Im September 2011 fand in Bonn die dritte internationale Konferenz Bonn Challenge on Forests, Climate Change and Biodiversity statt. Organisiert wurde sie vom Bundesumweltministerium und der International Union for Conservation of Nature (IUCN).

Ziel der wiederholt tagenden Konferenzen ist es, die weltweit fortschreitende Zerstörung der Wälder mit all ihren negativen Folgen wie dem rasanten Verlust an biologischer Vielfalt, überlebenswichtigen Ökosystemdienstleistungen und alarmierenden Treibhaus­gasemissionen zu stoppen. Teilnehmer der Konferenz im September waren über 20 Umweltminister aus der ganzen Welt, mehrere einschlägige UN-Sekretariate und weitere Partner.

Auf Einladung von Bundesumweltminister Dr. Norber Röttgen hat auch Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher, Präsident des Senat der Wirtschaft e.V., Bonn, an der Bonn Challenge teilgenommen. Bei dieser Gelegenheit hat Professor Radermacher ein von ihm und dem Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/2) entwickeltes Konzept zur Erreichung des für den Klimaschutz fundamental wichtigen 2Grad-Ziels erläutert. Sein Vorschlag basiert auf mathematischen Analysen, deren Ergebnis lautet:

Die Weltgemeinschaft kann selbst im günstigsten Fall das 2Grad-Ziel nicht mehr allein durch Konzentration auf Technik und veränderte Lebensstile erreichen. Das gilt, obwohl die Emissionsreduktion natürlich der entscheidende Schlüssel für die Lösung des Klimaproblems bleibt und obwohl bis 2050 ein Absinken der CO2-Werte auf ein Drittel des heutigen Niveaus realisiert werden muss. Radermacher schlug vor, den Anteil an der notwendigen Emissionsreduzierung, der realistischerweise nicht mehr ohne erheblichen Wohlstandsverlust erreichbar ist, durch die Vergrößerung der CO2-Absorptionskapazität der Natur zu kompensieren: Ein Weltaufforstungs- und Landschaftsrestaurierungsprogramm solle initiiert werden, mit dem bis zum Jahr 2020 auf etwa 1,5 Mio. km² und bis 2050 insgesamt auf etwa 5 Mio. km² Wald aufgeforstet bzw. degradierte Wald- und Landschaftsflächen restauriert werden sollen. (vgl. Die Herausforderung)

Die Teilnehmer der Bonn Challenge  haben  diesen Vorschlag begrüßt. Sie wollen zu diesem Ziel in ihren Beitrag leisten und hierfür weitere Unterstützer werben. Der ehemalige schwedische Ministerpräsident und Vorstandsmitglied des World Resources Institute (WRI), Göran Persson, kündigte auf der Konferenz an, einen „Welt Beirat“ zu gründen, der den Wiederau­fbau von Wäldern auf höchster politischer Ebene unterstützen soll. Auch verschiedene international tätige Unternehmen wollen einen Beitrag zur Wiederherstellung von Waldökosystemen leisten. So wird Airbus Industries eine entsprechende weltweite Werbe­kampagne durchführen.

Die Welt Wald Klima Initiative des Senats der Wirtschaft will diesen Ansatz nach Kräften fördern.